Spezialitäten im Miniaturformat

In der Oberen Pfarre in Bamberg riecht es gerade nach frisch geräucherten Würsten! Ungewöhnlich für einen Ort, den man doch eher mit Weihrauchduft in Verbindung bringt. 

Die Hochzeit zu Kana

Läuft man im linken Seitenschiff der Kirche entlang, fällt einem sofort die prächtige Großkrippe auf. Sie erstreckt sich über 12 Meter. Sie ist die bekannteste, größte und wohl auch älteste Krippe in Bamberg. Sie ist auch die Krippe, die am längsten zu sehen ist! Ab dem ersten Advent und weit bis nach Mariä Lichtmess werden hier verschiedene biblische Szenen inszeniert. Aktuell (vom 4. bis 18. Februar 2023) ist die „Hochzeit zu Kana“ zu sehen.

Das Hochzeitsfest, an dem Jesus Wasser zu Wein verwandelt haben soll, ist umgeben von zahlreichen bürgerlichen Nebenschauplätzen, die ein ausladendes Diorama bilden. Beim Entlangwandern kann man sich in unzähligen Detaildarstellungen verlieren und immer wieder Neues entdecken.  

Metzger und Lebküchner

Die Szene beginnt links mit einem Blick in die Verkaufsstände eines Bäckers bzw. Lebküchners und eines Metzgers.

Echte Details

Die Besonderheit dieser Darstellung ist, dass zahlreiche Speisen echt und essbar sind. Daher kommt also der Geruch von geräucherten Würstchen! Bäcker und Metzger aus Bamberg, z.B. die Bäckereien Seel und Kunze und die Metzgerei Kalb statten die Krippe jährlich frisch mit Miniaturen ihrer Produkte aus.

Genau hinschauen

Liebevoll sind die kleinen anekdotischen Details wie z.B. der Hund, der sich eine Wurstkette geklaut hat oder der Diener, dem gerade ein Tablett mit Gebäck heruntergefallen zu sein scheint.

Essbares Gebäck im Miniaturformat

Besonders hübsch anzusehen sind die Backwaren rechts und links neben dem Palasteingang. Hier werden Brötchen, Brotlaibe und Rühr- und Blechkuchen präsentiert.

Ich staune, wie viele unterschiedliche Sorten hier liebevoll in Kleinstarbeit hergestellt und dekoriert wurden. Fast sieht es so aus als würde man in die Auslage einer Bamberger Bäckerei schauen.

Hier gibt es wie im echten Leben Mohnkuchen, Streußelkuchen oder Käsekuchen, Brötchen, Brezeln, Baguette und vieles mehr. Sogar Hutkrapfen und Bamberger Hörnla habe ich entdeckt!

Eine besondere Ehre

Den Bäckern wird eine besondere Ehre am rechten Ende der Krippe zuteil. Hier steht ein Backofen, vor dem ein Bäcker steht. Die Bäckersfrau bereitet daneben gerade den Brotteig zu.

Historisches

Teile der Krippe und einige Krippenfiguren sollen bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen. Nach und nach wurde der eigene Bestand an Krippenfiguren ergänzt, ausgebessert und restauriert. 178 menschliche Figuren, von denen keine älter als 100 Jahre ist, soll die Krippe inzwischen zählen. Zwei, inzwischen längst verstorbene Bamberger Originale, der Vizeknorz und der Kreenhannes (Kreen=Meerrettich), sind obligatorische Bestandteile der Krippe, ebenso wie die kleine Katze, die wie auf einem Wimmelbild gerne von Kindern gesucht wird.

Immer wieder werden auch Bezüge zur Gegenwart und aktuelle Szenen aus dem Bamberger Stadtleben integriert, wie z.B. die Masken in der Coronakrise.

Szenen

Ab Ende November bis Ende Februar werden nach und nach folgende biblische Szenen dargestellt: Verkündigung, Herbergssuche, Heilige Nacht, Anbetung durch die Heiligen Drei Könige, Flucht nach Ägypten, Hochzeit zu Kana, Die klugen und die törichten Jungfrauen.

Bei der Darstellung der Herbergssuche im Jahr 2020 wurde im Hintergrund ein Schild mit dem Hinweis, Abstand zu halten eingefügt. Ebenfalls ein Bezug zu den damals aktuellen Sicherheitsmaßnahmen während der Pandemie.

Obere Pfarre, Frauenplatz 1, 96049 Bamberg

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