Die Gärtnerstadt

Urban Gardening

gibt es in Bamberg schon seit dem späten Mittelalter. Gemüseanbau in der Stadt ist für uns Bamberger also kein neuer Trend, sondern ein schon längst ein “alter Hut”.

Gärtnerhäuser in der Heilig-Grab-Straße

Die Gärtnerstadt befindet sich auf einer großen Fläche östlich des Main-Donau-Kanals. Der Stadtteil hat sich im Laufe des 19. Jahrhunderts stark verändert, dennoch sind viele mittelalterlichen Strukturen und die typischen Gärtnerhäuser mit Hausgärten bis heute erhalten geblieben. Dies hat übrigens wesentlich dazu beigetragen, dass Bamberg 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wude. Den grünen Stadtteil Bambergs muss man allerdings erst einmal etwas suchen, denn die großen Grünflächen sind meist hinter der dichten Blockbebauung der Straßen versteckt. Erst wenn man durch ein Hoftor hindurch tritt oder den Stadtteil aus der Vogelperspektive sieht, erkennt man, wie viel Grün hier mittten in der Stadt zu finden ist.

Gärtnerei Dechant

Günstige Bedingungen und Schwierigkeiten

Günstige klimatische Bedingungen und ein guter, lockerer und sandiger Boden haben dazu beigetragen, dass sich der Gemüseanbau in diesem Stadtteil besonders gut entwickeln konnte. Das Gärtnerhandwerk avancierte dadurch schnell zum wichtigsten Erwerbszweig der Stadt. Im 19. Jahrhundert zählte man an die 500 Gärtnereibetriebe in der Stadt. Strenge EU-Normen, wachsende Bürokratie, Billig-Konkurrenz aus den Discountern haben es den Gärtnern in den letzten Jahrzehnten schwer gemacht und viele Betriebe haben aufgegeben. Die Erträge der kleinen Hausgärten sind leider meist so gering, so dass es heute nur noch wenigen Gärtnern gelingt, dieses Traditionshandwerk wirtschaftlich erfolgreich weiterzuführen.

Neue Ideen

sind also gefragt, um die Bamberger Gärtnerkultur am Leben zu erhalten. Spezialisierung, Bioanbau, sanfter Tourismus, verstärktes Marketing und neue Absatzwege sind Ideen, mit denen es gelingen kann. Die Gärtnerei Sebastian Niedermaier hat sich auf Bioland-Anbau Spezialisiert, ist aktiv auf Social Media und sucht den Kontakt zur Gastroszene, die längst erkannt hat, dass regionales Gemüse von den KundInnen geschätzt wird. Die Bio-Kräutergärtnerei Mussäröl, hat sich auch Gewürz- und Duftpflanden spezialisiert.

Gärtnerei Niedermaier

Das Gärtner- und Häckermuseum

Wer sich einen tieferen Einblick darüber verschaffen möchte, wie die Bamberger Gärtner früher lebten, welche Gemüsesorten in Bamberg angebaut und welche Samen verkauft wurden, dem sei ein Besuch des Gärtner- und Häckermuseums in der Mittelstraße 34 wärmstens empfohlen!

Ein Besuch lohnt sich!

Dort könnt Ihr eine Gärtnerwohnung durchwandern, den Schaugarten im Außenbereich bewundern und Euch über die Traditionen und Bräuche der Bamberger Gärtner informieren. Übrigens, als Häcker bezeichnete man früher die Weinbauern! Wenn Ihr mehr über den Weinanbau in Bamberg erfahren möchtet, dann schaut doch mal auf meinen Blogartikel über den Bamberger Wein.


Prozessionsfiguren und Schaugarten

Gärtnerstadt-Tour

Habt Ihr Lust bekommen, die Bamberger Gärtnerstadt näher kennenzulernen. Wollt Ihr mehr erfahren über die Traditionen und Bräuche der Gärtner? Wollt Ihr wissen wie die Gärtnerstadt schmeckt? Dann kommt mit auf die Food-Tour durch die Gärtnerstadt, samstags um 11 Uhr!

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