Der Bamberger Wochenmarkt

Bamberg ist die Stadt der Gärtner und deshalb ist bei uns fast jeder Tag auch ein Markttag! Von Montag bis Samstag könnt ihr bei uns mitten in der Stadt frisches Obst und Gemüse einkaufen.

Was der Stadtplan verrät

Liest man den Bamberger Stadtplan genau, kann man sehr gut ablesen, an welchen Orten früher überall Markt abgehalten wurde. Noch heute erinnern Platzbezeichnungen wie Heumarkt, Holzmarkt oder Obstmarkt an ihre ehemalige Nutzung. Der einzige Ort, der bis heute noch in seiner ursprünglichen Form genutzt wird, ist der sogenannte “Grüne Markt” mitten in der Fußgängerzone.

Der Grüne Markt

Die bunten Marktstände der Marktbeschicker auf dem “Grünen Markt” sind aus dem Stadtbild gar nicht mehr wegzudenken. Der Bamberger Wochenmarkt ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Im Areal zwischen dem Marktbrunnen mit dem Gabelmoo und dem Maxplatz findet Ihr vor allem Händler, die ihre Ware vom Großhandel beziehen.

Sehr viele regionale Produkte aus dem fränkischen Umland findet sich hier trotzdem stets im Sortiment. Ende August liegen deshalb selbstverständlich auch die typischen Regionalsorten wie das Bamberger Hörnla und der Bamberger Spitzwirsing in der Auslage.

Aber auch Imker bieten eine vielzahl an Honigsorten an. Je nach Saison werden auch Geflügel und Eier oder die beliebten Meerrettichprodukte aus dem benachbarten Forchheim angeboten. Verschiedene Blumenstände bilden bunte Farbtupfer im Markttreiben.

Im hinteren Teil der Fußgängerzone, zwischen Maxplatz und Hauptwachstraße, sind insbesondere an Samstagen noch einige echte Erzeuger aus dem Umland zu finden, die ihr eigenes Obst und Gemüse verkaufen.

Mein Geheimtipp

Zwischen Obst und Gemüse findet Ihr in diesem Bereich freitags und samstags (zwischen 8:30 und 15 Uhr, samstags nur bis 13:30 Uhr) auch den Stand der Bäckerei Schüller. Hier gibt es u.a. das leckere, sehr flache und würzige “Sappelbrot” mit herrlich knuspriger Kruste. Es ist eines der besten Brote, die man in Bamberg bekommen kann! Das dazugehörige Ladengeschäft befindet sich in der Ottstraße 12.

Da kann ich nicht widerstehen

Meine Lieblingsjahreszeit ist der Frühsommer. Dann ist der Markt so richtig schön bunt und die Stände sind prall gefüllt mit dem leckersten Produkten. Wenn es wieder fränkische Erdbeeren, Kirschen oder die ersten Pfifferlinge zu kaufen gibt, greife ich immer gerne zu.

Wie es früher war

Bamberg hat eine lange Gärtnertradition. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts soll es an die 500 Gärtnereibetriebe in der Stadt gegeben haben. Inzwischen ist die Zahl leider auf eine handvoll Gärtner geschrumpft. In der Bamberger Gärtnerstadt befinden sich bis heute aber immer noch einige Gärtnereien in historischen Häusern mit den traditionellen Hausgärten. Alte Gemüsesorten werden hier noch angebaut und viele alte Bräuche gelebt.

Eine alte Postkarte mit Bamberger Marktfrauen (Fund aus dem Antiquariat)

Die Gärtner betrieben seit jeher auch einen regen Handel mit Gemüse und deren Samen bis weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Bau der Eisenbahn Mitte des 19. Jh. eröffnete ihnen ganz neue Vertriebswege. Dennoch wurde ein großer Teil der Ernte direkt vor Ort, auf dem Markt angeboten.

Das Hockenwerk

Früher sah es auf dem Markt noch alles noch ein bisschen anders aus als heute. Schattenspendende Bedachungen, aufändige Aufbauten, Kälteschutz im Winter, Südfrüchte, Spargelschälmaschinen und exotisches Gemüse gab es früher natürlich nicht. Damals breitete man die Ware, die man im Karren oder in einem Korb direkt vom Feld mitbrachte, einfach vor sich aus und wartete geduldig auf Kundschaft. Während die Männer das Feld bestellten, lag der Verkauf der Waren üblicherweise in der Obhut der Frauen. Weil man den leeren Korb an langen Markttagen auch bequem als Sitzgelegenheit nutzen konnte wenn man ihn umdrehte, ergab sich sogar eine eigene Berufsbezeichnung daraus, das sogenannte “Hockenwerk”. Eine Bambergerin erzählte mir folgende Anekdote: Eine schwangere Bamberger Gärtnersfrau sei einmal mit ihrem mit Gemüse gefüllten Korb ins nahegelegene Lichtenfels gefahren sein, auf der Rückfahrt soll sie ihr neugeborenes Baby im Korb nach Hause getragen haben. So ein Korb kann ganz schön praktisch sein.

Die Humsera

Mit strengem Blick, auf ihrem Sockel thronend, beobachtet die “Humsera” das geschäftige Markttreiben zu ihren Füßen. Die Humsera war die bekannteste Bamberger Marktfrau. Sie war eine für ihr besonders loses Mundwerk bekannte Gärtnerin. Ihr Name soll auf den Familiennamen „Hums“ zurückgehen. Die „Humsera“ wurde bald zu einem Sinnbild aller Bamberger Marktfrauen. Man hat ihr in den 1930er Jahren ein Denkmal gesetzt in Form eines Brunnens, der bis heute rege von den Maktleuten genutzt wird. Seit 2015 stellen die Bamberger Stadtwerke hier allen Durstigen frisches Trinkwasser zur Verfügung!

Der Bauernmarkt

Ein anderer Markt ist der, besonders bei den Einheimischen beliebte, Bauernmarkt an der nördlichen Promenade. Hier trifft man immer ein bekanntes Gesicht. Früh aufstehen und den Wocheneinkauf gut planen muss man da, denn er findet nur samstags zwischen 8 und 13 Uhr statt. Mehr über den Bauernmakt findet Ihr hier.

Hofläden

Einige Bamberger Gärtner, verkaufen ihre Produkte nicht auf dem Markt, sondern direkt vor Ort in ihren eigenen Hofläden oder sie nutzen ergänzend den Vertrieb über die hiesigen Supermärkte.

Hofladen der Gärtnerei Mussärol und von der Gärtnerei Sebastian Niedermaier

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