Bamberger Bierkeller

Wundert Euch nicht, wenn Ihr in Bamberg gefragt werdet, ob Ihr beim schönstem Wetter Lust habt, mit auf den Keller zu gehen. Ja, Ihr habt richtig gehört, man geht hier auf den Keller, nicht in den Keller. Ein Keller-Besuch gehört zu den schönsten kulinarischen Erlebnissen, die man in Bamberg in den warmen Monaten haben kann. Ich zeige Euch in diesem Beitrag die zwei beliebtesten Keller der Stadt.

Historisches

Bevor es technische Kühlanlagen gab, wurde das Bamberger Bier in den Bierkellern im Berggebiet gelagert. Da die Keller auf dem Berg lagen, sagt man bis heute: Man geht auf den Keller. Die Keller wurden im Winter mit Eisblöcken gefüllt, die man aus nahegelegenen zugefrorenen Seen oder Flüssen holte. Bis in den Spätsommer konnte so die Temperatur in den Kellern kühl gehalten und die Haltbarkeit des Bieres verlängert werden. Zur zusätzlichen Kühlung pflanzte man auf die Kelleranlagen Bäume mit dichtem Blattwerk, wie Kastanien oder Platanen. Schon im 18. Jahrhundert ging man dazu über, das Bier auch direkt vor Ort auszuschenken. Über die Jahre hinweg entwickelte sich daraus eine beliebte Form der Außengastronomie.

Der Spezi-Keller

Der mit dem berühmten Vier-Kirchen-Blick

Um die schönste Aussicht Bambergs zu genießen, muss man einen kleinen Aufstieg in Kauf nehmen, doch vor einer besseren Kulisse kann man sein Bier in der Stadt gar nicht geniessen. In der Nähe der alten Sternwarte, hinter einer großen Wiese erstreckt sich der Spezial-Keller. Der Spezi-Keller, wie wir Einheimischen sagen, ist das ganze Jahr über geöffnet. Im Sommer kann man hier unter alten Platanen, im Winter in der gemütlichen Gaststube mit Kachelofen sitzen. Im Spezi-Keller werden die Biere der Brauerei Spezial ausgeschenkt. Achtung, auch das Radler wird hier ausschließlich mit Rauchbier gemischt! Auf der Karte stehen typisch fränkische Gerichte.

Die schönste Aussicht an einem lauen Sommerabend. Gleich vier Kirchen und noch mehr Turmspitzen sind vom Spezi-Keller aus zu sehen: die Stefanskirche, die Obere Pfarre, der Dom und das Kloster St. Michael. Umrandet wird das Panorama von sanften Hügeln, den Ausläufern der Fränkischen Schweiz.

Spezial-Keller, Sternwartstraße 8, 96049 Bamberg

Der Wilde Rose Keller

Der größte Keller mit historischem Tanzpavillion

Etwas höher gelegen als der Spezi-Keller ist der Wilde Rose Keller. Das zugehörige Gasthaus Wilde Rose befindet sich in der Altstadt, in der Kesslerstraße. Der Wilde Rose Keller ist der größte der Bamberger Bierkeller und meistens kann man hier auch bei Hochbetrieb noch ein schattiges Plätzchen unter den großen Kastanienbäumen ergattern. Achtung! Bedient wird man hier nicht am Tisch. Essen und Getränke besorgt man sich selbst an den verschiedenen Ausgabestellen. Deftige Brotzeiten und typisch fränkische Küche werden hier zum berühmten Kellerbier angeboten. Beliebt und erlaubt es es aber auch, sich seine eigene Brotzeit mitzubringen! Da sieht man schon mal ganze Familien den Berg hinaufziehen, bepackt mit Körben voller Bamberger Leckereien, Kühltaschen, Tischdecken, Geschirr bis hin zu Salz- und Pfefferstreuer. Das frische Bier fließt dann in Strömen und die Kinder toben auf dem großen Spielplatz oder kaufen sich am Kiosk ein Eis oder eine süße Tüte.

Wilde Rose Keller, Oberer Stephansberg 49, 96049 Bamberg

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